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Nachhaltige Vermögensanlage – wie wir durch Einflussnahme und Ausschlüsse Wirkung erzielen

APK

Nachhaltig investieren heisst, aktiv Einfluss zu nehmen. Mit Dialog und Stimmrechten wirkt die APK auf Unternehmen ein. Ausschlüsse kommen dort zum Einsatz, wo Engagement nicht ausreicht.

Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil im Anlageprozess von institutionellen Anlegern wie der APK geworden. Investoren setzen sich intensiv damit auseinander, wie ökologische und gesellschaftliche Aspekte bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden können. Unter den verschiedenen Ansätzen und Umsetzungsmöglichkeiten sind besonders zwei Strategien relevant: Stewardship und Ausschlüsse.

Unabhängig vom gewählten Ansatz steht dabei folgende Fragen im Mittelpunkt: Welche Wirkung wird im Hinblick auf die Nachhaltigkeit erzielt?

Stewardship: Durch aktiven Einfluss Wirkung entfalten

Bei Ansätzen im Bereich Stewardship nutzen institutionelle Investoren wie Pensionskassen ihre Rolle als Aktionär, um gezielt Einfluss auf Unternehmen zu nehmen. Das kann beispielsweise durch die Ausübung von Aktionärsrechten oder den Dialog direkt mit der Unternehmensführung erfolgen.

Dadurch wollen Investoren konkrete Veränderungen im Unternehmen anstossen und letztlich eine positive Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft erzielen. Mögliche Beispiele sind eine ambitioniertere Klimastrategie oder eine verantwortungsvollere Corporate Governance.

Die Wirksamkeit von Stewardship hängt wesentlich davon ab, wie viele Investoren sich zusammenschliessen und mit welchem Anlagevolumen sie gegenüber den Unternehmen auftreten. Je geschlossener das Vorgehen und je grösser das Vermögen der beteiligten Investoren, desto grösser ist grundsätzlich der Druck auf die Unternehmen.

Aus Sicht der Anleger hat Stewardship einen weiteren Vorteil: Da die Wertpapiere weiterhin im Portfolio gehalten werden, sind keine Anpassungen des Portfolios erforderlich. Entsprechend verändert sich die erwartete Rendite-Risiko-Struktur des Portfolios durch Stewardship grundsätzlich nicht.

Ausschlüsse: Auf unerwünschte Investitionen verzichten

Im Unterschied zum Stewardship wird bei Ausschlüssen nicht (mehr) der Dialog mit dem Unternehmen gesucht. Stattdessen werden Wertpapiere bestimmter Unternehmen aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen.

Mit dem Verkauf der entsprechenden Wertpapiere soll einerseits kein weiterer Beitrag zur Finanzierung des Unternehmens geleistet werden. Andererseits kann ein breiter Ausschluss durch Investoren den Zugang eines Unternehmens zu Kapital erschweren und damit dessen Finanzierungskosten erhöhen.

Die tatsächliche Wirkung von Ausschlüssen ist allerdings schwieriger herleitbar. Verkauft ein Investor ein Wertpapier, braucht es auf der anderen Seite einen Käufer. Der Titel wechselt damit zunächst lediglich den Besitzer. Steigt aufgrund umfangreicher Ausschlüsse die erwartete Rendite beziehungsweise Risikoprämie eines Unternehmens, kann dies zudem andere Anleger ohne entsprechende ESG-Restriktionen dazu bewegen, die Wertpapiere zu kaufen. Unternehmen können ausserdem auf alternative Finanzierungsquellenwie den Privatmarkt ausweichen. Im Gegensatz zu Stewardship haben Ausschlüsse auch direkte Auswirkungen auf das Portfolio. Je nach Umfang und Ausgestaltung der Ausschlusskriterien müssen bestimmte Wertpapiere verkauft und durch andere Anlagen ersetzt werden.  Wie stark sich das auf das Portfolio auswirkt, hängt insbesondere von der Anzahl und Art der ausgeschlossenen Unternehmen ab.

Ausschlüsse können dennoch ein wichtiges Signal setzen und die öffentliche Diskussion über Unternehmen beeinflussen. Gleichzeitig lassen sie sich als letzte Eskalationsstufe eines nicht erfolgreichen Stewardship-Prozesses verstehen: Wenn der Dialog und die aktive Einflussnahme nicht zu den gewünschten Veränderungen führen, kann der Ausschluss einen konsequenten letzten Schritt darstellen.

Wie setzt die APK diese Überlegungen um?

Die APK wendet ihm Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie die beiden Ansätze Stewardship und Ausschlüsse an.

Als Mitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) beteiligt sich die APK an gemeinsamen Engagement-Aktivitäten. Dabei wird der Dialog mit Unternehmen nicht allein geführt. Gemeinsam mit anderen institutionellen Investoren und in Kooperation mit spezialisierten externen Anbietern werden Ressourcen und Anlagevolumen gebündelt. Dies ermöglicht es, gegenüber Unternehmen mit einer stärkeren gemeinsamen Stimme aufzutreten und auf Veränderungen hinzuwirken. Die Handlungsbasis beruht dabei auf den im demokratischen Konsens definierten Rechtsnormen und Werte. Sie finden in der Schweizer Bundesverfassung, den Gesetzen und Verordnungen sowie in den von der Schweiz ratifizierten, internationalen Abkommen ihren Ausdruck (normative Basis).

Auch die Wahrnehmung der Stimmrechte ist Teil unserer Bemühungen im Bereich Stewardship. Die APK übt die Stimmrechte mit Unterstützung der Ethos Services SA aus. Die zugrunde liegenden Stimmrechtsrichtlinien orientieren sich an internationalen Best-Practice-Standards.

Werfen Sie einen Blick in unser Abstimmungsverhalten

Das Abstimmungsverhalten publizieren wir in Berichten transparent auf unserer Seite zur Nachhaltigkeit in den Vermögensanlagen.

Zu den Berichten

Stewardship bedeutet dabei, investiert zu bleiben und über Dialog und Aktionärsrechte Einfluss auf Unternehmen zu nehmen. Wo dieser Ansatz nicht die gewünschte Wirkung erzielt oder bestimmte Aktivitäten grundsätzlich nicht mit der normativen Basis vereinbar sind, kommen Ausschlüsse zum Einsatz. Die APK setzt die Ausschlussliste des SVVK konsequent in ihrem Portfolio um. Davon betroffen sind beispielsweise Unternehmen, die geächtete Waffen herstellen oder bei denen ein Engagement als gescheitert gilt. Mit der im Mai 2026 eingeführten «Deny-Debt Policy» wurde dieser Ansatz zusätzlich auf bestimmte Unternehmen des fossilen Sektors bei Fremdkapitalanlagen ausgeweitet.

Damit verfolgt die APK einen kombinierten Ansatz: Wo Einflussnahme möglich und erfolgversprechend ist, setzen wir auf Stewardship. Wo dies nicht ausreicht oder ein Ausschluss aufgrund von definierten Kriterien vorgesehen ist, kommen Ausschlüsse zum Tragen. Die Umsetzung bei der APK zeigt damit, dass Stewardship und Ausschlüsse keine Gegensätze sind. Vielmehr können sie unterschiedliche und ergänzende Funktionen innerhalb einer Nachhaltigkeitsstrategie übernehmen.

In Kürze

  • Stewardship und Ausschlüsse sind zentrale Elemente der nachhaltigen Vermögensanlage der APK
  • Mit Stewardship nimmt die APK durch Dialog und die Ausübung von Stimmrechten aktiv Einfluss auf Unternehmen
  • Wo Einflussnahme nicht ausreicht oder definierte Ausschlusskriterien greifen, kommen Ausschlüsse zum Tragen